
{"id":15958,"date":"2024-10-21T20:00:01","date_gmt":"2024-10-21T18:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/dat-zit-bie-os-in-de-familia-sporen-van-romeinse-families-in-rimburg\/"},"modified":"2025-10-29T22:57:46","modified_gmt":"2025-10-29T20:57:46","slug":"dat-zit-bie-os-in-de-familia-sporen-van-romeinse-families-in-rimburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/dat-zit-bie-os-in-de-familia-sporen-van-romeinse-families-in-rimburg\/","title":{"rendered":"Liegt das bei uns in der Familie? Spuren r\u00f6mischer Familien in Rimburg"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-15958","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"acf":{"categorie":null,"afbeelding":12156,"auteur":"Christian Kicken","fotografie":"","contentbuilder":[{"acf_fc_layout":"tekst","tekst":"\u201eWer schreibt, der bleibt\u201c, lautet ein bekanntes Sprichwort. Das galt schon in r\u00f6mischer Zeit, denn zahllose Steine mit Inschriften zeigen viele Namen, auch aus dem r\u00f6mischen Norden. Besonders sind die Grabsteine, die in Rimburg an der Via Belgica gefunden wurden: Sie weisen auf drei lokale Familien hin."},{"acf_fc_layout":"foto_tekst","foto":12186,"tekst":"Zwischen 1926 und 1929 leitete der Aachener Arch\u00e4ologe Otto Eugen Mayer Ausgrabungen auf dem Gel\u00e4nde von Schloss Rimburg, direkt an der Grenze zwischen Rimburg (NL) und \u00dcbach-Palenberg (DE). Er entdeckte Reste eines r\u00f6mischen Stra\u00dfendorfes, das sich ab der Mitte des ersten Jahrhunderts auf beiden Seiten der Wurm entwickelt hatte. Charakteristisch f\u00fcr das Dorf waren eine Br\u00fccke und die Via Belgica. Stra\u00dfe und Br\u00fccke wurden nach \u00fcber 250 Jahren Nutzung in der ersten H\u00e4lfte des 4. Jahrhunderts gr\u00fcndlich repariert. Otto Mayer fand unter anderem Reste der Holzkonstruktion der Br\u00fccke und 14 alte Grabsteine. Die Steine befinden sich \u2013 bis auf einen \u2013 heute im Besitz der Eigent\u00fcmer von Schloss Rimburg.\r\n\r\nFoto: Rekonstruktion des r\u00f6mischen Stra\u00dfendorfes bei Rimburg. Illustration Mikko Kriek."},{"acf_fc_layout":"tekst_foto","tekst":"<h3>Familienmitglieder?<\/h3>\r\n2019 ver\u00f6ffentlichten die Arch\u00e4ologinnen Hilde Vanneste und Uta Schr\u00f6der <a href=\"https:\/\/journals.ub.uni-heidelberg.de\/index.php\/bjb\/article\/view\/95884\">eine umfassende Studie<\/a> \u00fcber das r\u00f6mische Rimburg. Im Rahmen dieser Forschung untersuchte der deutsche Forscher Janico Albrecht die besondere Sammlung von Grabsteinen, die gr\u00f6\u00dftenteils aus Sandstein aus dem Steinbruch Nivelstein stammen, einige Kilometer flussaufw\u00e4rts entlang der Wurm.\r\n\r\nDie \u201eRimburger\u201c Grabsteine sind recht typische Exemplare f\u00fcr den r\u00f6mischen Norden. Sie sind l\u00e4nglich, tragen eine lateinische Inschrift mit Namen, und einige sind mit Blatt- und Blumenmotiven verziert. Dennoch fiel dem deutschen Forscher <a href=\"https:\/\/journals.ub.uni-heidelberg.de\/index.php\/berrgk\/article\/view\/39736\">Herbert Nesselhauf<\/a> schon 1937 etwas Merkw\u00fcrdiges auf: Einige Namen kamen auf verschiedenen Steinen mehrfach vor. Waren es vielleicht\u2026 Familienmitglieder? Er arbeitete die Stammb\u00e4ume von drei Familien aus, die er unterscheiden konnte.\r\n\r\nFoto: Grabstein des Ulpius Iustus. Stadtarchiv Aachen.","foto":12174},{"acf_fc_layout":"foto_tekst","foto":12168,"tekst":"<h3>Ein beliebter Kaiser<\/h3>\r\nDie Familienmitglieder, vermutlich Dorfbewohner, tragen Namen mit r\u00f6mischem, gallischem oder germanischem Klang. Das war ganz normal in diesem Teil des r\u00f6mischen Germaniens, das an Gallien grenzte. Ein bestimmter Name f\u00e4llt besonders auf: der m\u00e4nnliche Name Ulpius und der weibliche Ulpia.\r\n\r\nJanico Albrecht hat daf\u00fcr mehrere Erkl\u00e4rungen: Zun\u00e4chst weist er auf die Herrschaft von Kaiser Trajan (98\u2013117) hin, dessen \u201eNachname\u201c Ulpius war. Vielleicht benannten Dorfbewohner, m\u00f6glicherweise ehemalige Soldaten, ihr Kind nach dem Kaiser \u2013 als Dank f\u00fcr eine Gunst des kaiserlichen Hofes. Eine zweite Erkl\u00e4rung: Die Kinder wurden nach Gruppen oder Orten benannt, die auf den Kaiser verwiesen, etwa die 30. Legion Ulpia Victrix oder die St\u00e4dte Ulpia Noviomagus (Nijmegen) oder Colonia Ulpia Traiana (Xanten).\r\n\r\nFoto: Grabstein der Ulpia Ursa. Stadtarchiv Aachen."},{"acf_fc_layout":"tekst_foto","tekst":"<h3>Wolfskinder<\/h3>\r\nAlbrecht nennt noch eine dritte Erkl\u00e4rung. Einer der Grabsteine erw\u00e4hnt Ulfenus, Sohn der Frau Ulpia Ursa. Nun bedeuten sowohl das germanische \u201eUlfenus\u201c als auch das lateinische \u201eUlpius\u201c \u201eWolf\u201c. War \u201eWolf\u201c oder \u201eW\u00f6lfin\u201c ein beliebter Name in den verschiedenen Sprachen des Dorfes? Wenn ja, dann war die Mutter Ulpia Ursa eine echte Tierfreundin: Ihr Name bedeutet \u201eW\u00f6lfin B\u00e4rin\u201c.\r\n\r\nDer Fund in Rimburg ist au\u00dfergew\u00f6hnlich, denn es kommt fast nie vor, dass r\u00f6mische Grabsteine von Familienmitgliedern zusammen gefunden werden. Und ohne \u00e4hnliche Funde an anderen Orten bleibt die richtige Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Rimburger Grabsteine spekulativ.\r\n\r\nFoto: Drei Familien laut der Grabsteine, \u00dcbersicht nach Nesselhauf (1937).","foto":12189},{"acf_fc_layout":"foto_tekst","foto":12159,"tekst":"<h3>Nachhaltige Burschen, diese R\u00f6mer<\/h3>\r\nDie Einwohnerzahl des r\u00f6mischen Rimburg muss zu Beginn des 4. Jahrhunderts drastisch zur\u00fcckgegangen sein. W\u00e4hrend jahrzehntelanger Unruhen im R\u00f6mischen Reich zogen Dorfbewohner an bessere Wohnorte. Kaiser Konstantin (312\u2013337) brachte wieder Ruhe, unter anderem durch die Instandsetzung von Stra\u00dfen und Br\u00fccken.\r\n\r\nF\u00fcr die Arbeiten an der Via Belgica und dem Br\u00fcckenkopf an der Wurm wurde Baumaterial ben\u00f6tigt, das damals jedoch knapp gewesen sein d\u00fcrfte. Also suchten die R\u00f6mer nach guten Steinen aus \u00e4lteren, ungenutzten Geb\u00e4uden. Im verlassenen Dorf an der Wurm kamen alte Grabsteine \u2013 vielleicht schon anderthalb Jahrhunderte alt \u2013 gerade recht. Die Steine wurden f\u00fcr die Br\u00fccke wiederverwendet, und der Rest ist Geschichte \u2013 Familiengeschichte, um genau zu sein!\r\n\r\nFoto: Ausgrabung eines r\u00f6mischen Geb\u00e4udes bei Schloss Rimburg. Wahrscheinlich ist der Arch\u00e4ologe Otto Eugen Mayer zu sehen. Stadtarchiv Aachen."},{"acf_fc_layout":"tekst_foto","tekst":"Foto: Meilenstein f\u00fcr Kaiser Konstantin, gefunden in Eygelshoven. Foto R. Voorburg.","foto":12177},{"acf_fc_layout":"slideshow","slideshow":[12186,12183,12177,12174,12168,12189]}]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15958"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15958\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15964,"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15958\/revisions\/15964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viabelgica.nl\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}