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Tongern: Das Plinius-Gelände

Sehenswürdigkeit: das Plinius-Gebiet in Tongeren

Tongern — die erste und älteste Stadt Belgiens. Von den Römern um 10 v. Chr. gegründet, wurde sie ein halbes Jahrhundert später von den Batavern niedergebrannt, nur um danach stolz wieder aufgebaut zu werden. Tongern wurde zur glanzvollen Hauptstadt der civitas Tungrorum, des Verwaltungsbezirks der Region, in dem der mediterrane Einfluss Roms unübersehbar war: eine blühende Villenlandschaft, ein eindrucksvolles Aquädukt, großartige Tempel und Badehäuser sowie Märkte voller exotischer Waren.

Auch heute sind die Römer in Tongern-Borgloon nie weit entfernt. Die meisten Hotspots liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt. Auf Ihrem Weg finden Sie am Stadtrand von Tongern das Plinius-Gelände.

 

Plinius-Gelände

Das Plinius-Gelände, ein grünes Freizeit- und Kulturerbegebiet, ist nach dem römischen Autor und Naturforscher Plinius dem Älteren benannt. In seiner Naturalis Historia beschrieb Plinius die wohltuende Wirkung einer Quelle in der Umgebung von Tongern, deren Wasser seiner Meinung nach besondere Eigenschaften besaß. Diese Quelle wurde im 16. Jahrhundert wiederentdeckt und wurde schnell zu einem festen Bestandteil der lokalen Tradition. Das Plinius-Gelände wurde rund um diese historische Wasserquelle angelegt, damit Besucher die Verbindung zur römischen Vergangenheit weiterhin erleben können.

Das Gelände vereint Kulturerbe, Natur und Erholung. Der Bereich um die Pliniusquelle ist eine geschützte Landschaft, mit der natürlichen Wasserquelle als Kernstück. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem beliebten Kur- und Ausflugsziel, mit einem Park, Teichen und Spazierwegen, die den Zugang zur Quelle erleichterten.

Heute spiegelt das Plinius-Gelände diese doppelte Tradition weiterhin wider: einerseits seine römische Herkunft und den Bezug zu Plinius dem Älteren, andererseits seine moderne Funktion als Begegnungs- und Erholungsort für Bewohner und Besucher.

Eine Immersive Veränderung des Römischen Weges, 2027

Die Geschichte Tongerns endet hier nicht. Im Jahr 2027 erhält der römische Stadtweg im Rahmen des VIAVIA-Projekts ein multidimensionales Upgrade. Die römischen Hotspots werden durch Rekonstruktionen und immersive Erzählungen erweitert. Sie erhalten ein noch klareres Bild der römischen Straße und der römischen Stadt Tongern, und Sie werden auch eingeladen, das Aquädukt, den gallorömischen Tempel und andere lokale Stätten zu besuchen. Über eine App sehen Sie, wie die Straßen von Atuatuca Tungrorum, der Hauptstadt, die heute Tongern ist, im zweiten Jahrhundert aussahen — geführt von einer KI-Figur aus den Glanzzeiten der Stadt.

 

Sind Sie bereit für einen Spaziergang in die Vergangenheit?

„Wir überqueren ein modernes Aquädukt und erreichen den Rand der Stadt. Atuatuca Tungrorum. Ich habe so lange davon geträumt, die einzige Stadt in der Region zu besuchen. Sie enttäuscht nicht. So viele Farben und Düfte. So viele Geräusche. Bellende Hunde, schreiende Menschen, das Rattern der Karren von Händlern wie uns. Die Straßen überquellen vor Köstlichkeiten. Die feinsten Stoffe. Exotische Früchte und Hölzer. Flaschen und Gefäße. Öl aus dem Süden. Fleisch, Brot und Parfums. Zwei Frauen streiten laut in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Männer in offenen Türen winken Vorbeigehende hinein. Der süße Duft eines Badehauses mischt sich mit dem Gestank von kochenden Tierknochen für Leim. Ich bin zugleich begeistert und bedrückt. Denn wie sollen wir unsere Waren an diesem Ort verkaufen? Hier, in dieser Stadt, die schon alles besitzt?“ – Ammulva Iucunda

Standbeeld van een godin in het Pliniuspark.
Webseite von Tongeren