Tongern: Die Römische Mauer
Sehenswürdigkeit: Römische Mauer in Tongeren
Tongern — die erste und älteste Stadt Belgiens. Von den Römern um 10 v. Chr. gegründet, wurde sie ein halbes Jahrhundert später von den Batavern niedergebrannt, nur um danach stolz wieder aufgebaut zu werden. Tongern wurde zur glanzvollen Hauptstadt der civitas Tungrorum, des Verwaltungsbezirks der Region, in dem der mediterrane Einfluss Roms unübersehbar war: eine blühende Villenlandschaft, ein eindrucksvolles Aquädukt, großartige Tempel und Badehäuser sowie Märkte voller exotischer Waren.
Auch heute sind die Römer in Tongern-Borgloon nie weit entfernt. Die meisten Hotspots liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt. Unterwegs kann man entlang der Cesarlaan Teile der römischen Stadtmauer aus dem 2. Jahrhundert sehen sowie im Teseum Überreste der römischen Befestigung aus dem 4. Jahrhundert.
Die Römische Mauer
Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. erhielt Tongern, damals bekannt als Atuatuca Tungrorum, eine monumentale Stadtmauer, die zu den eindrucksvollsten in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches gehörte. Mit einer Länge von etwa 4,5 Kilometern umschloss die Mauer eine Fläche von nahezu 100 Hektar und machte Tongern schlagartig zur größten ummauerten Stadt der Region.
Die Mauer bestand aus lokalem Kalkstein, verstärkt durch einen Erdwallkern, und war mit mehr als zwanzig halbrunden Türmen, mehreren monumentalen Stadttoren und einem oder mehreren Gräben ausgestattet. Trotz ihrer imposanten Bauweise wird ihre Verteidigungsfunktion häufig hinterfragt. Vor allem betonte die Stadtmauer den Status Tongerns als administratives und wirtschaftliches Zentrum der civitas Tungrorum.
Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt erneut befestigt, diesmal mit einer Mauer, die ein kleineres Gebiet umschloss als die Umwehrung des 2. Jahrhunderts. Diese Mauer, mit massiven Türmen versehen, konzentrierte sich auf das administrative und religiöse Zentrum Tongerns. Die verkleinerte Fläche spiegelt die veränderten Umstände wider: den Druck germanischer Einfälle und den Bedarf an einem besser verteidigbaren Stadtkern. Überreste dieser spätrömischen Befestigung sind heute noch im Teseum sichtbar.
Eine Immersive Veränderung des Römischen Weges, 2027
Die Geschichte Tongerns endet hier nicht. Im Jahr 2027 erhält der römische Stadtweg im Rahmen des VIA VIA-Projekts ein multidimensionales Upgrade. Die römischen Hotspots werden durch Rekonstruktionen und immersive Erzählungen erweitert. Sie erhalten ein noch klareres Bild der römischen Straße und der römischen Stadt Tongern, und Sie werden auch eingeladen, das Aquädukt, die Pliniusquellen, den gallorömischen Tempel und andere lokale Stätten zu besuchen. Über eine App sehen Sie, wie die Straßen von Atuatuca Tungrorum im zweiten Jahrhundert aussahen — geführt von einer KI-Figur aus den Glanzzeiten der Stadt.
Sind Sie bereit für einen Spaziergang in die Vergangenheit?