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Ausstellung Römisches Bocholtz

Informationszentrum Hoeve Overhuizen, Bocholtz

Im historischen Kunrader Kalksteinbauernhof Hoeve Overhuizen in Bocholtz können Sie direkt in die Welt des römischen Limburg eintreten. In der großzügigen Eingangshalle des Pflegeheims – direkt vor dem Restaurantbereich – befindet sich ein kostenloses römisches Besucherzentrum, das die antike Geschichte der Region lebendig vermittelt.

Die Ausstellung konzentriert sich auf bemerkenswerte Funde aus der Umgebung. Rund um den Bauernhof haben Archäologen vier römische Villen, Reste einer antiken Römerstraße, einen Münzschatz und sogar ein Hügelgrab entdeckt. Zu den Highlights der Ausstellung gehören die Urne des Herrn von Bocholtz und eine Nachbildung des Sarkophags der Dame von Simpelveld, deren Original 1930 gefunden wurde. Draußen markiert die Via Belgica-Bank die Route der historischen Römerstraße, die einst Maastricht mit Köln verband.

 

Der VIAVIA Archäologische Landschaftspark, 2027

Es ist kein Zufall, dass diese Schätze hier zutage traten. Simpelveld ist für seine reiche römische Vergangenheit bekannt, die ab 2027 greifbarer sein wird als je zuvor. Im Rahmen des VIAVIA Archäologischen Landschaftsparks wird ein grenzüberschreitendes Wander- und Radwegenetz Bocholtz (Niederlande) mit Vetschau und Orsbach (Deutschland) verbinden und Sie durch die antike römische Villenlandschaft führen.

Ihre Reise beginnt im Informationszentrum von Hoeve Overhuizen, wo Geschichte durch Artefakte und Geschichten lebendig wird. Hier können Sie die Originalurne des Herrn von Bocholtz und eine Rekonstruktion des Sarges der Dame von Simpelveld bewundern. Entlang der Route können Sie einen Podcast von Julius Genialis hören, einem fiktiven Bataver-Soldaten, der sich nach seinem Militärdienst in dieser Region niederließ. Er erzählt vom einzigartigen Villenleben, das hier einst blühte – und lädt Sie ein, die Vergangenheit dort zu erkunden, zu erleben und zu entdecken, wo sie einst wirklich stattfand.

Sind Sie bereit, Neues zu entdecken?

 

„Ich weiß nicht, wie es meinem Mann gelungen ist. Alte Kontakte, vermute ich. Ich stehe neben Quintus in der Werkstatt des Bildhauers. Die Öllampen werfen ihr Licht auf eine Sandstein-Aschentrage. Ich bewundere das innen eingravierte Relief. Die Szene ist atemberaubend: eine Frau, die auf einer Liege in einer römischen Villa ruht. Ich erkenne das dargestellte Interieur — ich selbst habe jahrelang in einer solchen Villa gelebt. Die Truhe ist enorm. Sie ähnelt einem Sarkophag, ist jedoch nur dazu bestimmt, ihre Asche aufzunehmen. Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Nun verstehe ich, warum sie eine solche Truhe in Auftrag gegeben hat. Sie muss stolz auf ihre Villa gewesen sein, sie vielleicht sogar mit eigenen Händen eingerichtet haben. Mit diesem Relief nimmt sie ihr Lebenswerk mit. Diese Truhe wird ihr neues Zuhause, ihre Villa für die Ewigkeit. Ein weiterer Schauer erfasst mich. Warum will Quintus hier Profit schlagen, aus Dekorationen für die Toten? Was werden die Götter davon halten? Gibt es nicht genug Güter für die Lebenden, damit wir selbst unser Leben bestreiten können?“ – Ammulva Iucunda

Entdecken

  • Erleben Sie jeden Sonntagnachmittag die Ausstellung über das römische Bocholtz
  • Bestaunen Sie den prächtigen „Sarkophag von Simpelveld“
  • Entdecken Sie die Geschichte eines Bauern, der eine Aschenkiste fand

Interessant zu wissen

Reiche Bewohner der Villa Vlengendaal
Unter einer Wiese in Bocholtz liegen die Reste einer luxuriösen römischen Villa. Hier müssen wohlhabende Römer gelebt haben, denn die Villa war sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Ausstattung beeindruckend. Die dreizehn Wohnräume waren reich geschmückt: Mosaikfußböden und Wände voller Fresken und Skulpturen. Die Badeanlage bestand aus sechs Räumen mit kalten und warmen Bädern sowie Fußboden- und Wandheizung. In der Nähe wurde außerdem ein riesiger Münzschatz mit rund 700 römischen Silbermünzen gefunden. Zusammen mit den hier entdeckten Aschenkisten lässt sich eindeutig sagen: Hier lebten reiche Römer.
www.toeristischsimpelveld.nl