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Tongern: ein Meilenstein

Sehenswürdigkeit: ein römischer Meilenstein in Tongeren

Tongern — die erste und älteste Stadt Belgiens. Von den Römern um 10 v. Chr. gegründet, wurde sie ein halbes Jahrhundert später von den Batavern niedergebrannt, nur um danach stolz wieder aufgebaut zu werden. Tongern wurde zur glanzvollen Hauptstadt der civitas Tungrorum, des Verwaltungsbezirks der Region, in dem der mediterrane Einfluss Roms unübersehbar war: eine blühende Villenlandschaft, ein eindrucksvolles Aquädukt, großartige Tempel und Badehäuser sowie Märkte voller exotischer Waren.

Auch heute sind die Römer in Tongern-Borgloon nie weit entfernt. Die meisten Hotspots liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt. Unterwegs findet man in der Sint-Truiderstraat eine moderne Nachbildung eines Teils eines römischen itinerarium, einer Art Wegweiser. Es wurde 1817 an dieser Stelle wiederentdeckt.

 

Ein… Meilenstein?

Das kleine Monument verweist auf die Rolle von Atuatuca Tungrorum, dem heutigen Tongern, als Knotenpunkt im Straßennetz der civitas Tungrorum. Die römische Stadt lag am Schnittpunkt mehrerer Hauptstraßen in alle Richtungen.

Das Monument wird oft als „Meilenstein“ bezeichnet, aber das ist nicht korrekt. Meilensteine (milliaria) waren zylindrische Säulen aus hartem Stein, die in regelmäßigen Abständen — meist jede römische Meile von etwa 1,48 Kilometern — entlang der Straßen aufgestellt wurden. Ihre Hauptfunktion war die Angabe von Entfernungen. An wichtigen Punkten entlang der Straßen gab es jedoch nicht nur einen Meilenstein, sondern auch ein itinerarium, vergleichbar mit unseren heutigen Wegweisern. Diese listeten bedeutende Städte und die Entfernungen zu ihnen auf.

 

Eine Immersive Veränderung des Römischen Weges, 2027

Die Geschichte Tongerns endet hier nicht. Im Jahr 2027 erhält der römische Stadtweg im Rahmen des VIAVIA-Projekts ein multidimensionales Upgrade. Die römischen Hotspots werden durch Rekonstruktionen und immersive Erzählungen erweitert. Sie erhalten ein noch klareres Bild der römischen Straße und der römischen Stadt Tongern, und Sie werden auch eingeladen, das Aquädukt, die Pliniusquellen, den gallorömischen Tempel und andere lokale Stätten zu besuchen. Über eine App sehen Sie, wie die Straßen von Atuatuca Tungrorum im zweiten Jahrhundert aussahen — geführt von einer KI-Figur aus den Glanzzeiten der Stadt.

Bist du bereit für einen Spaziergang in die Vergangenheit?

„Wir überqueren ein modernes Aquädukt und erreichen den Rand der Stadt. Atuatuca Tungrorum. Ich habe so lange davon geträumt, die einzige Stadt in der Region zu besuchen. Sie enttäuscht nicht. So viele Farben und Düfte. So viele Geräusche. Bellende Hunde, schreiende Menschen, das Rattern der Karren von Händlern wie uns. Die Straßen überquellen vor Köstlichkeiten. Die feinsten Stoffe. Exotische Früchte und Hölzer. Flaschen und Gefäße. Öl aus dem Süden. Fleisch, Brot und Parfums. Zwei Frauen streiten laut in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Männer in offenen Türen winken Vorbeigehende hinein. Der süße Duft eines Badehauses mischt sich mit dem Gestank von kochenden Tierknochen für Leim. Ich bin zugleich begeistert und bedrückt. Denn wie sollen wir unsere Waren an diesem Ort verkaufen? Hier, in dieser Stadt, die schon alles besitzt?“ – Ammulva Iucunda

Afbeelding van mijlpaal in Tongeren
Webseite von Tongeren