Via Belgica in Aldenhoven
Via Belgica
Dort, wo sich heute Felder und Äcker befinden, verlief vor rund 2000 Jahren die römische Fernstraße von Köln an die Atlantikküste. Sie führte auf einer Länge von vier Kilometern schnurgerade durch das Gebiet der heutigen Gemeinde Aldenhoven, wurde aber mit dem Ende der Römerzeit westlich von Jülich aufgegeben. Trotzdem ist der Weg auch heute noch nachzuvollziehen – beispielsweise mittels Luftbild oder Laserscan.
Der Feldweg an dieser Stelle ist einer von zwei kurzen Abschnitten, an denen die heutige Wegeführung noch exakt der historischen Trasse entspricht. Ein Grund dafür ist, dass die Linienführung der Straße auch heute noch als Parzellengrenze fungiert.
Die Straßenränder der Via Belgica säumten in Aldenhoven einst vier römische Siedlungen. Beweise dafür sind drei Trümmerstellen, die sich im Abstand von jeweils 300 Metern entlang der Straße befinden.
Dazu zählen ein Wachposten und eine zivile Straßenstation. Außerdem lag nur zwei Kilometer östlich ein Umgangstempel. Römische Ziegel und Keramik deuten auf weitere Gebäude hin.
Hinzu kamen abseits der Straße die zahlreichen Landgüter, die sich in einem engen Netz über die gesamte Jülicher Lössbörde erstreckten und die Städte und Militärlager mit landwirtschaftlichen Produkten versorgten.
Interessant zu wissen
- Erstes Foto: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1953 zeigt ein Heiligtum an der Via Belgica. Foto: G. Amtmann, Amt für Archäologische Denkmalpflege der LVR
- Zweites Foto: Informationstafel. Foto: Norbert Dressen
- Drittes Foto: Der kleine Bronzelöwe, der heute im Jülicher Zitadellenmuseum ausgestellt ist, war vermutlich Teil eines Abzeichens der Beneficiarii, der römischen Verkehrspolizei. Er wurde in Aldenhoven nördlich der Via Belgica entdeckt. Foto: H. Lilienthal, LVR-LandesMuseum Bonn