Aschenkiste und römische Straße in Jülich
Der Schloßplatz vor der Zitadelle
Der Schloßplatz in Jülich entstand als Park erst am Ende des 19. Jahrhunderts über dem Graben der ehemaligen Renaissancestadtmauer. Dieser kappte auch die römische Straße, die sich im Osten der Stadt noch im heutigen Straßenverlauf erhalten hat. An der Ecke, wo die „Römerstraße“ am Schloßplatz endet, ist eine römische Aschenkiste aufgestellt, eine Steinkiste mit der Funktion einer Urne zur Aufnahme der Asche eines Verstorbenen. Diese Art der Totenbehandlung war in römischer Zeit üblich und wurde bis zum Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. praktiziert. Danach setzte sich die Körperbestattung durch. Die Jülicher Aschenkiste stammt nicht aus der Innenstadt, sondern wurde in Kirchberg nahe der Papierfabrik Eichhorn gefunden und im Jahr 1904 der Stadt Jülich geschenkt, die sie auf dem neuen Schlossplatz aufstellte.
Die Aschenkiste bildet die Form eines Hauses nach, mit dem Trog als Unterbau und einem kreuzförmigen Dach mit dreieckigen Giebeln zu allen Seiten. An den Ecken sind Verzierungsziegel (Akrotere) nachgebildet. Die Bestattung gehörte zu einem reichen römischen Landgut, dessen Grundmauern noch westlich des Lohner Fließes am Rande von Kirchberg im Acker erhalten sind. Aus der Luft betrachtet (mittlerer Acker) heben sich an der linken Feldkante die Fundamente des Hauptgebäudes hell ab (Luftbild Gunter Amtmann Richtung Nordosten 17.07.1983).
Interessant zu wissen
- Erstes Foto: Luftbild Zitadelle, Römerstraße, Schlossplatz. Bildrechte A. Petersen
- Zweites Foto: Aschenkiste - Schlossplatz
- Drittes Foto: Luftbild G. Amtmann 1983