Ausstellung Römisches Bocholtz – Vitrine 1
Hoeve Overhuizen - Bocholtz
1. Axtkopf
Mitte 2. Jahrhundert n. Chr.
Original, Provinzdepot für Bodenfunde Limburg
Bei diesem spitz zulaufenden Gegenstand aus Eisen handelt es sich um den Kopf einer Axt. Die Öffnung, in der der Stiel befestigt war, ist deutlich zu erkennen. Diese Axt ist ein mittelgroßes Modell und war zum Sammeln von Holz für ein Feuer bestimmt. In den nördlichen Provinzen des Römischen Reiches wurde dieser Axttyp vom Militär eingeführt und sowohl in militärischen als auch in zivilen Zusammenhängen gefunden.
2. Dolch mit Dolchscheide
Mitte 2. Jahrhundert n. Chr.
Original, Provinzdepot für Bodenfunde Limburg
Unter den zahlreichen Grabbeigaben wurde auch ein reich verziertes Ensemble aus einem Dolch und einer ledernen Hülle (Scheide) gefunden. Der Klumpen aus Erde und Eisen, der den Fund umgab, erforderte eine aufwendige Restaurierung. Bereits unmittelbar nach der Entdeckung war jedoch zu erkennen, dass das Ensemble reich verziert war. Einige Bereiche waren sogar mit Blattgold geschmückt.
3. Waschschale mit Griff
Mitte 2. Jahrhundert n. Chr.
Original, Provinzdepot für Bodenfunde Limburg
Diese Schale aus Eisen und Bronze wurde zusammen mit einer Kanne verwendet, um sich vor oder während einer Mahlzeit die Hände zu waschen oder Opfer darzubringen. Der Griff der Schale ist glatt und endet in einem Widderkopf. Dieses Merkmal macht die Grabbeigabe in Kombination mit dem Schalentyp zu einem relativ seltenen Fund.
Eiserner Klappstuhl / Sella castrensis
Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr.
Replik; das Original ist in einem zu schlechten Zustand, um ausgestellt zu werden
Dieses X-förmige Eisengestell bildete zusammen mit einer möglicherweise aus Leder oder Textil gefertigten Sitzfläche einen Klappstuhl. An den Enden der Sitzfläche und an den Gelenkpunkten befinden sich dekorative Knäufe in Form von Löwenköpfen.
Da sich der Stuhl zusammenklappen ließ, wurde er von hochrangigen Offizieren des Heeres genutzt, die häufig ihren Aufenthaltsort wechseln mussten. Bei Gräbern mit solchen Klappstühlen geht man davon aus, dass es sich um die letzten Ruhestätten von Veteranen handelt, die nach ihrem Militärdienst zu Großgrundbesitzern wurden.