Tongern: Das Jupiter-Gigantenbild
Sehenswürdigkeit: Jupiter-Gigantenbild in Tongeren
Tongern — die erste und älteste Stadt Belgiens. Von den Römern um 10 v. Chr. gegründet, wurde sie ein halbes Jahrhundert später von den Batavern niedergebrannt, nur um danach stolz wieder aufgebaut zu werden. Tongern wurde zur glanzvollen Hauptstadt der civitas Tungrorum, des Verwaltungsbezirks der Region, in dem der mediterrane Einfluss Roms unübersehbar war: eine blühende Villenlandschaft, ein eindrucksvolles Aquädukt, großartige Tempel und Badehäuser sowie Märkte voller exotischer Waren.
Auch heute sind die Römer in Tongern-Borgloon nie weit entfernt. Die meisten Hotspots liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt und sind ordentlich durch den römischen Stadtweg verbunden. Entlang dieses Weges begegnet man der Evokation eines der faszinierendsten Funde aus der römischen Zeit Tongerns: dem Jupiter-Gigantenbild auf dem Vrijthof.
Das Jupiter-Gigantenbild
Das originale Jupiter-Gigantenbild wurde im 19. Jahrhundert in der Stadt Tongern entdeckt und gehört heute zur Sammlung des Gallo-Römischen Museums. Die Darstellung zeigt den höchsten Gott Jupiter zu Pferd, wie er mit seinem Blitz einen liegenden Giganten bezwingt.
Dieser Monumenttyp, häufig als Jupiter-Gigantenbild bezeichnet, kommt vor allem in den nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches vor und zeigt, wie römische Religion und einheimische keltische Traditionen miteinander verschmolzen.
Die Skulptur verbindet klassische Elemente mit lokalen Motiven. Jupiter erscheint hier nicht als thronender Gott, sondern als dynamischer Reiter, der die Macht Roms verkörpert. Der besiegte Gigant symbolisiert die chaotischen Naturkräfte und die Feinde der Zivilisation.
Solche Darstellungen wurden üblicherweise auf öffentlichen Plätzen oder in der Nähe von Heiligtümern errichtet, wo sie für die Gemeinschaft gut sichtbar waren und eine Botschaft von Ordnung und Schutz ausstrahlten.
Eine Immersive Veränderung des Römischen Weges, 2027
Die Geschichte Tongerns endet dort nicht. Im Jahr 2027 erhält der römische Stadtweg im Rahmen des VIA VIA-Projekts ein multidimensionales Upgrade. Die römischen Hotspots werden erweitert durch Rekonstruktionen und immersive Erzählungen. Sie erhalten ein noch klareres Bild der römischen Straße und der römischen Stadt Tongern, und Sie werden auch eingeladen, das Aquädukt, die Pliniusquellen, den gallorömischen Tempel und andere lokale Stätten zu besuchen. Über eine App sehen Sie, wie die Straßen von Atuatuca Tungrorum, der Hauptstadt, die heute Tongern ist, im zweiten Jahrhundert aussahen — geführt von einer KI-Figur aus den Glanzzeiten der Stadt.
Sind Sie bereit für einen Spaziergang in die Vergangenheit?