Jülich erneuert die permanente Römerausstellung

Autor: Harry Lindelauf
Fotografie: Museum Zitadelle Jülich

Im Frühjahr 2027 eröffnet das Museum Zitadelle in Jülich eine erneuerte Ausstellung über das römische Leben in der Region. Die neue Präsentation ist Teil des Projekts VIAVIA und wird im Keller des historischen Komplexes untergebracht.

Für die Gestaltung des römischen Teils der Dauerausstellung hat das Museum das renommierte Berliner Büro Merz Merz Architekten engagiert. Das Büro zeichnet unter anderem für die neugestaltete Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien verantwortlich und verfügt über umfangreiche Erfahrung mit monumentalen Ausstellungsräumen.

Die Umgestaltung des Schlosskellers erfolgt im Rahmen des Interreg-Projekts VIAVIA, in dem 13 Partner aus der Euregio zusammenarbeiten, um die römische Vergangenheit der Region lebendig werden zu lassen.

Castellum

Der römische Vorgänger von Jülich (Iuliacum) entstand um die Zeitenwende an der Brücke der Via Belgica über die Rur. Wie so oft bei den Römern erwies sich der Ort als eine kluge strategische Wahl. Im 4. Jahrhundert musste die Via-Belgica-Brücke über die Rur durch den Bau eines Castellums gesichert werden, dessen Überreste unter dem heutigen Marktplatz liegen.

Foto: Das Team des Museums Zitadelle mit Tobie Verleye (Merz Merz Architekten), Jacek Grubba, Christina Vieth, Guido von Büren, Sophie Merz (Merz Merz Architekten) und Marcell Perse.

Verteidigungsanlage

Dass Jülich strategisch günstig im Tal der Rur lag, bestätigte sich später erneut. Im Jahr 1548 begann Alessandro Pasqualini im Auftrag von Herzog Wilhelm V. von Aquitanien mit dem Bau von Verteidigungsanlagen im Renaissance-Stil, deren Mittelpunkt die Zitadelle bildete. Später errichtete Napoleons Armee weitere Befestigungen zum Schutz der Rurbrücke.
In der inzwischen restaurierten Festung Zitadelle befindet sich heute das Museum Zitadelle mit Ausstellungen im Schlosskeller, die verschiedene Epochen der Stadtgeschichte präsentieren, darunter auch die Römerzeit.

Museum Zittadelle

VIA VIA wird von der Europäischen Union und dem Interreg-Meuse-Rhein-Programm (NL-BE-DE) unterstützt, mit Kofinanzierung durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Provinz Limburg und den Regio Deal Parkstad Limburg.

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