Blick auf Römer und Ardenne
Autor: Harry Lindelauf
Fotografie: Gemeente Simpelveld en RMO
Dieser Ort bietet einen außergewöhnlichen Ausblick, der bis zur Eifel und zu den Ardennen reicht. Und ganz in der Nähe, fast zu Ihren Füßen, sehen Sie den Ort, der Simpelveld dank eines einzigartigen römischen Fundes weltweit bekannt gemacht hat. Dort, fast 60 Meter tiefer, wurde 1930 der Aschenkasten der Dame von Simpelveld entdeckt.
Die Gemeinde Simpelveld arbeitet nun an einer Verbindung dieser beiden Schmuckstücke zum Aussichtspunkt Huls(veld). Mit 200 Metern Höhe wird dies einer der höchsten Punkte in Süd-Limburg sein, wo Wanderer und Radfahrer aus Simpelveld, der Region und weit darüber hinaus künftig einen Rastplatz finden werden. Die Pläne bestehen bereits seit 2016, stießen jedoch immer wieder auf Rückschläge wie die Corona-Zeit und schwierige Entscheidungsprozesse. Zehn Jahre später soll das Projekt nun Wirklichkeit werden, nachdem der Gemeinderat von Simpelveld grünes Licht gegeben hat.
Glashaus
Derzeit prägen ein Parkplatz und eine terrassenförmige Aufteilung das Gebiet. Das gilt als wenig attraktiv, weshalb ein Landschaftspark entstehen soll, der besser zur sanft geschwungenen Hanglage passt. Der Park wird mit kräuterreichen Wiesen, niedrigen Obstbäumen zur Erhaltung der Aussicht, Wanderwegen und einem Naturspielplatz gestaltet.
Der Plan sieht außerdem einen Gastronomiepavillon vor, dessen absoluter Blickfang eine originalgetreue Nachbildung des Aschenkastens (auch als Sarkophag bekannt) sein wird, der am Fuß des Hanges gefunden wurde. Der Aschenkasten wird in einem Glashaus aufgestellt, das eine Rekonstruktion des Hauses der Dame von Simpelveld darstellt. Auf einer höheren Ebene bildet der Balkon des Pavillons den Aussichtspunkt.
Spektakuläres Inneres
Im Dezember 1930 entdeckt Andreas Wierts während des Umbaus seines Hauses an der Stampstraat mehrere römische Gräber, Urnen und einen Aschenkasten aus Sandstein. Dieser ist groß: 2,05 Meter lang und außen eher schlicht. Doch das Innere ist spektakulär, dank tief reliefierter Darstellungen an allen Wänden. Die Bildhauerei zeigt eine Frau, die auf einem Bett liegt – vermutlich die Verstorbene –, umgeben von Haushaltsgegenständen wie einem Tisch mit Löwenfüßen, einem Schrank mit Kassettentüren, Glasflaschen und Amphoren sowie der Darstellung eines Gebäudes, möglicherweise eines Wohnhauses oder eines Grabmals. Im Kasten wurden Grabbeigaben gefunden, darunter goldener Schmuck wie eine Halskette, einige Ringe und ein Ohrring sowie ein silberner Spiegel. Auf dem Boden des Kastens lagen die verbrannten Überreste der Verstorbenen. Der Sarkophag ist also eigentlich ein großer Aschenkasten.