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Ausstellung Römisches Bocholtz – Aschenkiste von Bocholtz

Hoeve Overhuizen - Bocholtz

175 – Anfang 3. Jahrhundert n. Chr.

Original, Provinzdepot für Bodenfunde Limburg

In dieser tonnenschweren Steinkiste mit Deckel wurden die Brandreste des Herrn von Bocholtz bestattet. Der Nivelsteiner Sandstein, aus dem die Kiste gefertigt wurde, stammte vermutlich aus einem Steinbruch beim heutigen Merkstein, gleich hinter der deutschen Grenze. Die Kiste ist grob behauen und schlicht ausgeführt. Möglicherweise, weil der Herr von Bocholtz unerwartet verstarb. Die Aschenkiste wurde zusammen mit Dutzenden Grabbeigaben in einem sogenannten Tumulusgrab beigesetzt: einem mit Holz ausgekleideten Raum (2,4 mal 2,3 Meter) unter einem kleinen Grabhügel. In römischer Zeit zerbrach der Deckel, sodass sich die Kiste im Laufe der Jahrhunderte mit Erde füllte.

In der Mitte der Aschenkiste wurden die Brandreste des Mannes gefunden, der später den Namen „Herr von Bocholtz“ erhalten sollte. Die Überreste lagen lose in der Kiste. Daher ist anzunehmen, dass sie ursprünglich in einem Behältnis aus vergänglichem Material wie Holz oder Textil aufbewahrt wurden. Außerdem wurden in der Kiste ein kleines Tränenfläschchen (für Kosmetika verwendet) und einige kleine Bronzebeschläge gefunden. Die übrigen Grabbeigaben wurden außerhalb der Kiste entdeckt.

Insgesamt wurden in und um die Aschenkiste 52 Grabbeigaben gefunden, die alle zu dem Bild beitragen, das wir uns heute vom Herrn von Bocholtz machen können. Abgesehen von einem Klappstuhl und einer Öllampe auf einem Ständer stehen die Grabbeigaben im Zusammenhang mit Körperpflege, Jagd, Essritualen, Schreiben sowie Kleidung und Accessoires. Die außergewöhnlichste Grabbeigabe war das Balsamarium, das vollständig intakt erhalten blieb und damit einzigartig ist.

Ausgrabungsgeschichte

Nach fast zweitausend Jahren erblickte die Aschenkiste von Bocholtz wieder das Tageslicht. Im Oktober 2003 meldete der Landwirt Hupperetz aus Bocholtz einen archäologischen Fund. Bei der Arbeit auf seinem Acker stieß sein Pflug auf einen außergewöhnlich großen Stein. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Teil des Deckels einer römischen Aschenkiste handelte. Die vom Pflug verursachten Kratzer sind noch heute deutlich zu erkennen.

Die Nachricht von dem bedeutenden Fund verbreitete sich schnell, zunächst durch Mundpropaganda und anschließend auch über die Medien. In der vierten Nacht nach der Entdeckung wurden moderne „Grabräuber“ mit Metalldetektoren von der Polizei vertrieben. Daraufhin richteten vier Interessierte aus eigener Initiative eine „Sarkophagwache“ ein, die den Fundort jeweils ab dem Zeitpunkt schützte, an dem die Archäologen ihn verließen. Die weiteren Ausgrabungsarbeiten und anschließenden Untersuchungen führten zu einer bedeutenden archäologischen Entdeckung.