Ausstellung Römisches Bocholtz – Balsamarium
Hoeve Overhuizen - Bocholtz
Mitte 2. Jahrhundert n. Chr.
Replik, Original in der Sammlung des Rijksmuseum van Oudheden in Leiden
Dieses bronzene Salb- oder Ölfläschchen in Form einer Büste stellt Antinoos dar, den männlichen Geliebten Kaiser Hadrians. Antinoos war ein junger Grieche, der dem Kaiser aufgrund seiner außergewöhnlichen Schönheit auffiel. Die beiden gingen eine Liebesbeziehung ein, bis Antinoos in jungen Jahren im Nil ertrank. Der Kaiser ließ ihn vergöttlichen und am Ufer des Nils eine Stadt errichten, die er nach ihm benannte. Im gesamten Römischen Reich verbreitete er Bildnisse seines geliebten Antinoos. Von allen Persönlichkeiten der römischen Zeit gehören Darstellungen des Antinoos zu den am häufigsten archäologisch nachgewiesenen Bildnissen.
Auf diesem Balsamarium ist Antinoos mit einem Gewand dargestellt, das über seine Brust verläuft und mit einer Rosette zusammengehalten wird. Über seiner Schulter hängt ein Tierfell. An der Stelle der Augen (Pupillen) des Antinoos befinden sich kleine Löcher. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Augen aus einem anderen Material bestanden und hier eingesetzt waren. Der Henkel ist mit Blättern und zwei Schwanenköpfen verziert. Derart reich verzierte Salbgefäße sind selten und werden, wenn sie gefunden werden, häufig in Gräbern hochgestellter Personen entdeckt. Dieses Balsamarium als Grabbeigabe des Herrn von Bocholtz weist daher auf seine bedeutende gesellschaftliche Stellung hin. Bei dem einzigen anderen bekannten Exemplar dieses Balsamarium-Typs ist der Henkel beschädigt. Dieses Balsamarium hingegen ist außergewöhnlich gut erhalten.